Bauen verstehen. Verantwortung übernehmen, Quartiere gestalten.
Vom Fundament zu Verantwortung - Harm Jaspers im Interview
Ein Stadtquartier zu bauen bedeutet weit mehr, als Gebäude zu errichten. Es geht um Verantwortung, langfristige Qualität – und um Orte, die Menschen über viele Jahre prägen und von ihnen geprägt werden.
Harm Jaspers, Chief Construction Officer der Metropol Immobiliengruppe, spricht über seinen Weg vom Bauhandwerk zur strategischen Verantwortung für große Quartiersprojekte, über die Herausforderungen beim Bau des Quartiers ZOHO und darüber, warum gutes Bauen heute mehr denn je auch neue Konzepte, Verfahren und Zusammenarbeit braucht.
Interview
Vom Handwerk zur Quartiersentwicklung
Frage 1: Harm, du verantwortest bei Metropol das Bauen. Was bedeutet diese Rolle für dich persönlich?
„Ich habe das Bauen von der Pike auf gelernt – von der Maurerkelle auf der Baustelle bis zur strategischen Gesamtverantwortung für große Quartiersentwicklungen. Heute kann ich stolz sagen: Bauen ist meine große Leidenschaft.
Ich habe früh Verantwortung auf der Baustelle übernommen, später Bauprojekte geleitet, Teams geführt und schließlich größere Organisationseinheiten verantwortet. Diese Erfahrung hilft mir heute sehr in meiner Rolle.
Als Chief Construction Officer beschäftige ich mich nicht nur mit einzelnen Bauprojekten, sondern mit der gesamten Wertschöpfungskette einer Immobilie – von der ersten Idee über Planung und Bau bis hin zum späteren Betrieb.
Das erweitert den Horizont enorm und macht diese Aufgabe jeden Tag aufs Neue spannend und Herausfordernd.
„Quartiere zu entwickeln und zu bauen heißt Verantwortung zu übernehmen – für heute und für die nächsten Jahrzehnte. Für uns und für die Generationen, die nach uns kommen.“
Frage 2: Seit wann und wie bist du in das Projekt ZOHO eingebunden?
Meine Rolle bei ZOHO und in der Projektentwicklung wird vor allem dann sichtbar, wenn aus der Idee eine konkrete Bauaufgabe wird. Zwar bin ich auch in frühen Phasen beratend eingebunden, aber meine Aufgabe – und der eigentliche Reiz – liegt für mich darin, aus einer Idee Realität zu schaffen. Denn genau dann stellen sich die entscheidenden Fragen:
Welche Bauverfahren sind sinnvoll? Welche Vergabestrategie passt zum Projekt? Und mit welchen Partnern lässt sich die Umsetzung erfolgreich realisieren?
Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein großes Stadtquartier oder eine kleinere Bauaufgabe handelt – die grundlegenden Fragestellungen bleiben dieselben.
„Ob großes Quartier oder kleine Bauaufgabe – jedes Projekt verdient die gleiche Leidenschaft und den gleichen Qualitätsanspruch.“
Frage 3: ZOHO ist ein großes und komplexes Stadtquartier. Was macht dieses Projekt aus baulicher Sicht besonders?
ZOHO ist eine anspruchsvolle Bauaufgabe, weil hier viele Faktoren gleichzeitig zusammenkommen.
Wir bauen in einer bestehenden städtischen Umgebung – mit gewachsener Nachbarschaft, stark frequentierten Straßen und begrenzten Flächen. Gleichzeitig entstehen eine große Tiefgarage sowie eine Bebauung mit unterschiedlichen Gebäudetypen.
Dies erfordert eine sehr sorgfältige Planung, klare Entscheidungen und ein reibungsloses Zusammenspiel aller Beteiligten.
Ein großer Vorteil ist, dass wir als Unternehmen über die benötigten Kompetenzen im eigenen Haus verfügen – und falls nicht, können wir auf ein starkes Partnernetzwerk zurückgreifen. So können Entscheidungen schneller und fundiert getroffen werden – und wir behalten stets im Blick, welche Auswirkungen diese auf Qualität, Kosten und Termine haben.
Frage 4. Große Bauprojekte brauchen einen langen Atem. Was fasziniert dich persönlich am Bauen?
Wenn sich auf einer Baustelle die Krane drehen und Schritt für Schritt Gebäude entstehen, wird aus einer Idee greifbare Realität. Das Besondere am Bauen ist: Am Ende bleibt etwas. Man kann es sehen, betreten und auch viele Jahre später noch erleben.
„Jedes Projekt hinterlässt eine Spur – für mich ist das wie eine persönliche Landkarte meines beruflichen Weges.“
Frage 5. Du kommst ursprünglich aus dem hohen Norden. Was hat dich daran geprägt?
Ich glaube, die norddeutsche Mentalität hat mich sehr geprägt. Verlässlichkeit, Klarheit und Haltung sind dort selbstverständlich. Wenn man sich auf etwas verständigt, dann steht man auch dazu. Ein Mann, ein Wort – das ist für mich ein Stück norddeutsche Mentalität. Diese Haltung bringe ich ganz bewusst in meine heutige Aufgabe ein – in der Zusammenarbeit mit Partnern, Dienstleistern und im eigenen Team.
Wenn man mit uns zusammenarbeitet, kann man sich darauf verlassen: Wir stehen zu unserem Wort.
Frage 6. Wenn du einige Jahre in die Zukunft blickst: Woran erkennt man, dass ZOHO ein Erfolg geworden ist?
Wenn unsere Mieter sagen: „Das ist richtig gut geworden.“
Wenn Menschen gerne in diesem Quartier leben, arbeiten und sich dort zuhause fühlen. Wenn sich eine lebendige Nachbarschaft entwickelt und ZOHO ganz selbstverständlich Teil des Veedels geworden ist. Dann haben wir gemeinsam einen Ort geschaffen, der funktioniert, der Freude macht und der Bestand hat.
„Wenn unsere Mieter irgendwann sagen: „Das ist richtig gut geworden.“ Dann haben wir unsere Aufgabe erfüllt.“
Frage 7. Wie siehst du die Zukunft des Bauens?
Bauen wirkt von außen oft klassisch – Beton, Stein auf Stein.
Tatsächlich befindet sich die Branche jedoch in einem tiefgreifenden Wandel. Neue Bauverfahren, veränderte Formen der Zusammenarbeit und alternative Vergabemodelle prägen zunehmend die Art, wie Projekte entwickelt und realisiert werden.
Für mich liegt genau darin eine der spannendsten Aufgaben unserer Zeit: für jede Aufgabe die passende Art des Bauens zu finden. Dabei geht es nicht nur um Effizienz und Prozesse, sondern auch um ein neues Denken – ein Denken in Möglichkeiten.
Wir müssen effizienter werden, Zeit sparen und Kosten im Griff behalten – und dabei gleichzeitig Qualität, Individualität und Nachhaltigkeit sichern. Das gelingt nur, wenn wir bereit sind, neue Wege zu denken, Chancen zu erkennen und gewohnte Ansätze immer wieder zu hinterfragen.
Denn eines ist klar: Beim Bauen gibt es keinen Spielraum für Beliebigkeit.
Wenn es gelingt, Zeit, Kosten und Qualität intelligent miteinander zu verbinden, entstehen Projekte, die wirtschaftlich überzeugen und zugleich langfristig Bestand haben.
Und genau daran arbeiten wir.
ÜBER METROPOL
Metropol plant, baut und verwaltet Immobilien mit nachhaltiger Perspektive. Als Bestandshalter übernehmen wir für unsere Projekte dauerhaft Verantwortung. Wir kennen die Chancen und Möglichkeit in unserer Heimatstadt Köln und den Nachbarregionen – für Büro-, Handels- und Wohnimmobilien.
Metropol schafft digitale Strukturen und Prozesse für Projektentwicklung, Vermietung und Verwaltung. Alles konsequent am Mieter orientiert. Dabei gehen wir verantwortungsvoll mit Ressourcen und Menschen um. Persönliche Motivation und Identifikation mit den Aufgaben prägen das Unternehmen. Unsere Werte und langjährige Partnerschaften machen Metropol damit zu einem attraktiven Arbeitgeber und Vermieter.
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Dr. Petra Zahrt
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